# Aufstellung zur Social Media Nutzung
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## Allgemeine Informationen
**Tags:**
* Thema: Social Media, TikTok, Medienkompetenz, Hass im Netz
* Art der Methode: Soziometrische Aufstellung, Gruppendiskussion
* Zielgruppe: Jugendliche, junge Erwachsene
* Gruppengröße: 5-25 Personen
* Dauer der Methode: 30-45 Minuten
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Bei dieser Methode können persönliche Erfahrungen mit Hass und Diskriminierung zur Sprache kommen. Die Workshopleitung sollte darauf vorbereitet sein, einen sicheren Raum für diese Diskussionen zu schaffen und bei Bedarf sensibel zu intervenieren. Es empfiehlt sich, zuvor einen "Common Ground" für den respektvollen Umgang miteinander zu etablieren.
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## Kurzbeschreibung
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Die Methode "Aufstellung zur Social Media Nutzung" ist eine aktivierende Einstiegsübung, bei der sich die Teilnehmenden zu verschiedenen Aussagen über ihre Social-Media-Nutzung und ihre Erfahrungen mit problematischen Inhalten positionieren. Die Übung schafft einen niedrigschwelligen Einstieg in die Themen Social Media und Hass im Netz und ermöglicht einen ersten Austausch über persönliche Erfahrungen und Einschätzungen.
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## Lernziele
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* Teilnehmende reflektieren ihre eigene Social-Media-Nutzung und -Gewohnheiten
* Teilnehmende erkennen gemeinsame Erfahrungen und Unterschiede in der Gruppe
* Teilnehmende artikulieren erste Verbindungen zwischen Social Media und problematischen Inhalten
* Teilnehmende identifizieren und benennen Merkmale von Antifeminismus
* Teilnehmende entwickeln ein Bewusstsein für die Verbreitung extremistischer Inhalte auf Social-Media-Plattformen
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## Rahmendaten
<div class="alert alert-info" role="alert">
**Zeit**: 30-45 Minuten
**Zielgruppe**: Jugendliche, junge Erwachsene
**Alter:** ab 14 Jahren
**Komplexität**: leicht bis mittel
**Einordnung in Modulstruktur** - Einstieg
**Voraussetzungen**: keine speziellen Voraussetzungen; die Methode eignet sich gut als Einstieg in Workshops zu Social Media und Antifeminismus
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### Vorbereitung der Methode
#### Setting des Lernraums
- [x] braucht Platz für Aufstellung/Bewegung im Raum
#### benötigtes Material und Technik
- [x] Moderationskoffer
- [x] Kreppband oder Seil für das Barometer
- [x] Zwei Schilder mit "Stimme ganz zu" und "Stimme gar nicht zu"
- [x] Whiteboard oder Pinnwand für die Sammlung von Merkmalen
- [x] Liste mit Aussagen für die Workshopleitung (s.u.)
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## Ablauf
#### Block 1 - Einführung und Erklärung
* *5 Minuten*
* *Input*
* *Instruktionen / Ablaufbeschreibung*:
Die Workshopleitung legt ein Barometer (Linie) mit Kreppband oder einem Seil auf dem Boden aus. An einem Ende wird das Schild "Stimme ganz zu" platziert, am anderen Ende das Schild "Stimme gar nicht zu". Die Methode wird den Teilnehmenden kurz erklärt.
* *Materialien und Links*:
Kreppband/Seil, zwei vorbereitete Schilder
* *Aufgabenstellung für die Teilnehmenden*:
"Ich werde euch gleich verschiedene Aussagen vorlesen. Positioniert euch dann jeweils auf dem Barometer – je nachdem, wie sehr ihr der Aussage zustimmt oder nicht. Es gibt kein richtig oder falsch. Nach jeder Aufstellung werden wir kurz über eure Positionierungen sprechen und einige von euch nach ihren Gründen fragen. Die Teilnahme an der Diskussion ist freiwillig."
* *Hinweise für die Workshopleitung*:
Erklären Sie, dass es sich um eine subjektive Einschätzung handelt und es kein Richtig oder Falsch gibt. Weisen Sie darauf hin, dass niemand gezwungen ist, seine Position zu erklären, wenn er/sie nicht möchte.
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#### Block 2 - Durchführung der Aufstellung
* *20-35 Minuten*
* *Aktive Gruppenarbeit, Positionierung und Diskussion*
* *Instruktionen / Ablaufbeschreibung*:
Die Workshopleitung liest nacheinander eine beliebige Auswahl der verschiedenen Aussagen vor. Nach jeder Aussage positionieren sich die Teilnehmenden auf dem Barometer. Die Workshopleitung fragt bei einzelnen Teilnehmenden (an verschiedenen Punkten des Barometers) nach, warum sie sich dort positioniert haben. Bei kontroversen Aussagen kann eine kurze Diskussion entstehen.
* *Materialien und Links*:
Liste mit Aussagen:
1. Ich nutze täglich Social Media.
2. Um mich zu informieren, benutze ich vor allem Social Media.
3. Ich verbringe mehr als 4 Stunden am Tag auf Tiktok.
4. Mich haben Sachen auf Social Media schonmal sehr inspiriert.
5. Ich poste selbst Content.
6. Ich habe bei Messengern oder Videoplattformen schon oft Dinge gesehen, die mit Hass zu tun haben.
7. Manchmal fühle ich mich von TikTok (Social Media) überfordert.
8. Ich beteilige mich aktiv an Online Diskussionen.
9. Ich erlebe viel Ungerechtigkeit in der Welt.
10. Auf Social-Media habe ich schon Inhalte gesehen, die sich gegen queere Menschen oder Frauen richten.
11. In Kommentarspalten habe ich schon Kommentare gelesen, die Frauen oder queere Menschen beleidigen.
12. Ich habe das Gefühl, manche Menschen nutzen Ungerechtigkeit aus und hetzen andere auf.
13. Ich bin mir unsicher, ob ich immer erkennen kann, wenn Falschinformationen auf Social Media verbreitet werden.
14. Ich habe mich schon mit Antifeminismus auseinandergesetzt
15. Ich kenne Merkmale von Antifeminismus
* *Aufgabenstellung für die Teilnehmenden*:
"Bitte positioniert euch zu jeder Aussage auf dem Barometer – je nachdem, wie sehr ihr der Aussage zustimmt oder nicht zustimmt. Seid bereit, eure Position auf Nachfrage kurz zu erklären."
* *Hinweise für die Workshopleitung*:
- je nach Länge eine Auswahl von 4-8 Aussagen treffen
- Bei jeder Aussage nachfragen, warum sich die Teilnehmende dort positioiert haben
- Bei dieser Aussage "Ich kenne Merkmale von Antifeminismus" (eher für ältere Zielgruppe) nachfragen: "Welche Merkmale fallen euch ein?" und "Was meint ihr, wie verbreiten sind diese in unserer Gesellschaft?"
- Die genannten Merkmale von Antifeminismus können dann auschriftlich festgehalten werden, um später darauf zurückzukommen
- Achten Sie darauf, dass die Diskussion nicht zu sehr ausufert und halten Sie den zeitlichen Rahmen ein
- Achten Sie auf die Gruppendynamik und sorgen Sie dafür, dass alle zu Wort kommen können, wenn sie möchten
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#### Block 3 - Abschluss und Überleitung
* *5 Minuten*
* *Zusammenfassung und Ausblick*
* *Instruktionen / Ablaufbeschreibung*:
Die Workshopleitung fasst die wichtigsten Erkenntnisse aus der Übung zusammen und leitet zum nächsten Workshopteil über.
* *Materialien und Links*:
Die gesammelten Merkmale auf der Pinnwand/dem Whiteboard
* *Aufgabenstellung für die Teilnehmenden*:
"Überlegt zum Abschluss: Wo seht ihr Verbindungen zwischen eurer Social-Media-Nutzung und den Themen, die wir gesammelt haben? Was interessiert euch besonders daran?"
* *Hinweise für die Workshopleitung*:
- Betonen Sie, dass Social-Media-Plattformen wie TikTok nicht per se problematisch sind, sondern dass es wichtig ist, problematische Inhalte zu erkennen
- Stellen Sie eine Verbindung zum Thema Antifeminismus her, falls dies noch nicht geschehen ist
- Weisen Sie darauf hin, dass die gesammelten Merkmale im weiteren Verlauf des Workshops noch vertieft werden
- Bedanken Sie sich für die aktive Teilnahme und die Offenheit der Teilnehmenden
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### Variationen im Ablauf
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**Für größere Gruppen**: Bei sehr großen Gruppen (mehr als 25 Personen) kann es sinnvoll sein, die Teilnehmenden in zwei Gruppen aufzuteilen und die Übung parallel durchzuführen.
**Für kürzere Zeiträume**: Bei Zeitknappheit können einzelne Aussagen weggelassen werden. Die Aussage zu den Merkmalen von Rechtsextremismus sollte aber auf jeden Fall beibehalten werden.
**Themenfokussierung**: Je nach thematischem Schwerpunkt des Workshops können die Aussagen angepasst werden, z.B. mit einem stärkeren Fokus auf Antifeminismus.
**Digitale Variante**: Die Methode kann auch in digitalen Workshops durchgeführt werden, indem digitale Tools wie Mentimeter oder Miro für die Positionierung genutzt werden.
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### Theoretischer Hintergrund
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Die Methode basiert auf dem pädagogischen Konzept der soziometrischen Aufstellung, bei der Teilnehmende ihre persönlichen Einstellungen durch Positionierung im Raum sichtbar machen. Dies ermöglicht eine niedrigschwellige Form der Selbstreflexion und des Austauschs.
Im Kontext der politischen Medienbildung dient die Methode dazu, Verbindungen zwischen der eigenen Mediennutzung und gesellschaftspolitischen Phänomenen wie Rechtsextremismus und Antifeminismus herzustellen. Sie sensibilisiert für problematische Inhalte auf Social-Media-Plattformen und fördert die kritische Medienkompetenz.
Die Fokussierung auf Merkmale von Rechtsextremismus schafft eine Grundlage für die weitere Auseinandersetzung mit dem Thema Antifeminismus, da dieser oft als "Einstiegsdroge" in rechtsextreme Ideologien fungiert (vgl. Amadeu Antonio Stiftung, 2021).
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### Weiterführende Ressourcen
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- [Amadeu Antonio Stiftung: "Antifeminismus als Demokratiegefährdung"](https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/publikationen/antifeminismus-als-demokratiegefaehrdung/)
- [Bundeszentrale für politische Bildung: Dossier Rechtsextremismus](https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/)
- [klicksafe: Rechtsextremismus im Netz](https://www.klicksafe.de/themen/problematische-inhalte/rechtsextremismus)
- [Kompetenznetzwerk gegen Hass im Netz](https://kompetenznetzwerk-hass-im-netz.de/)
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### Lizenz
###### <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/"><img alt="Creative Commons Lizenzvertrag" style="border-width:0; float:left; margin:12px" src="https://i.creativecommons.org/l/by/4.0/88x31.png" /></a><br/><span xmlns:dct="http://purl.org/dc/terms/" property="dct:title"> Das dieser Veröffentlichung zugrunde liegende Vorhaben wurde mit Mitteln der [Volkswagenstiftung](https://www.volkswagenstiftung.de/de) gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autor*innen. Die Methoden wurden im Rahmen des Projektes "[unlearning antifeminism on TikTok](https://www.antiantifeminism.org/)" von der [Universität zu Köln](https://www.uni-koeln.de/) in Kooperation mit [medialepfade.org](https://medialepfade.org/) entwickelt, namentlich Jun.-Prof. Dr. Michaela Kramer, Jun.-Prof. Dr. Franziska Bellinger, Christian Noll, Lara Niederberger, Lou Huber-Eustachi, Katrin Hünemörder, Sophie Leubner. Das Material ist lizensiert unter einer <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz</a> by [Universität zu Köln](https://www.uni-koeln.de/) / www.medialepfade.org. D.h. das Werk darf sowohl für nicht-kommerzielle als auch für kommerzielle Zwecke verbreitet und verändert werden, sofern der Urheber des Originals wie oben beschrieben genannt wird. Unbedingt zu beachten ist: Von der CC-Lizenz ausgenommene Materialien sind in den hier veröffentlichten Bildungsmaterialen durch entsprechende Hinweise gekennzeichnet.
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