# Einheit 2 Die Snacktierlist
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## Allgemeine Informationen
**Kategorie**: Kritische Medienbildung / Konsumkompetenz
**Format**: Analoge demokratische Gruppenaktivität
**Tags:**
* Thema: Datenerhebung, Influence / Datenbeeinflussung, Choice Gravitation
* Verwendete Methoden: demokratische Abstimmung, Gruppendiskussion, visuelle Tier‑List
* Zielgruppe: Jugendliche ab 12 / Multiplikator*innen
* Gruppengröße: 6–12
* Dauer der Methode: ca. 90 - 120 Minuten
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## Kurzbeschreibung
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Die Teilnehmenden wählen demokratisch ihre liebsten und unliebsamsten Snacks mittels analoger Tier‑List (S/A/B/C/D). Ziel ist es, nicht nur individuelle Präferenzen abzubilden, sondern auch Gruppendynamiken und Einflussmechanismen wie **Choice Gravitation** zu erforschen. Die Snacks werden **erst mit Beginn der Wahl gezeigt**, um Überrascchung und intrinsische Motivation zu verstärken. Markenprodukte sollten für Qualität und Teilnehmererwartung gewählt werden.
**Lizenz**: CC BY 4.0 [mediale pfade e.V.]
**Zielgruppe**: Jugendliche ab 12 / Multiplikator*innen
**Kategorie**: Kritische Medienbildung / Konsumkompetenz
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:::warning
Beachtet diätere Restriktionen und eventuelle Essenseinschränkungen; **Markenware** (z. B. Oreo, Kinder Country, Takis‑Chips etc.) ist vorzuziehen, um Erwartungen zu erfüllen. Vegane oder allergenarme Varianten bei Bedarf verwenden.
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## Lernziele
:::info
- Die Teilnehmenden führen konsequent eine demokratische Wahl durch.
- Sie erkennen, dass demokratische Prozesse von Gruppeneinfluss geprägt sind.
- Sie lernen das Konzept der **Choice Gravitation** kennen; die persönliche Wahl ist beeinflussbar.
- Sie reflektieren eigene und fremde Präferenzen im Gruppenrahmen.
- Sie diskutieren über Marken, Konsum und soziale Dynamiken.
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## Rahmendaten
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**Zeit**: 60 – 90 Minuten
**Zielgruppe**: Jugendliche ab 12 / Multiplikator*innen
**Alter**: ab 12 Jahren
**Komplexität**: niedrig
**Einordnung in Modulstruktur**: Reflexion & Soziale Dynamik
**Voraussetzungen**: keine; Erfahrung mit Tier‑Lists oder Snackpräferenzen hilfreich
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## Einführung
Die Einheit nutzt die populäre Form der **Tier‑List** (aus sozialen Medien bekannt), um demokratische Prozesse, individuelle Präferenzen und soziale Einflussnahme erfahrbar zu machen. Die Nutzung von Snacks als konkrete Objekte ermöglicht Zugang und Motivation – die Gruppendynamik und Wahlverhalten werden sichtbar.
## Was brauche ich dafür?
**Material**:
- Marken‑Snacks (ggf. in veganer/\\allergenarmer Form):
- Oreo‑Kekse (diverse Varianten)
- Kinder Country
- Haferkekse
- Schokoladentafeln
- Chips (z. B. Takis)
- Salzstangen
- Lakritze (vegan)
- Gummibärchen (vegan)
- Ramen‑Nudeln (z. B. Buldak)
- Weintrauben
- Äpfel
*(allergene und diätetische Anforderungen beachten)*
**Sonstiges**:
- Leere **Tier‑List** (übersichtlich S–D) als Plakat, Bodenfläche oder Tape
- Whiteboard oder Flipchart
## Warum eignet sich dieses OER besonders?
Tier‑Lists sind bei Jugendlichen sehr beliebt. Die Methode verbindet ein vertrautes Format, konkrete Snackpräferenzen und demokratische Reflexion. Sie zeigt, wie Wahlbarkeit in Konsumentscheidungen sozial beeinflusst wird – und macht den Lernprozess interaktiv und motivierend. Zudem können hier die Jugendlichen selber in das Verständnis kommen, wie eine konkrete, faire Wahl aussehen kann.
Der Workshop eignet sich besonders gut wegen der versprochenen Belohnung für viele Gruppen, aber besonders für extrovertierte Gruppen die miteinander diskutieren können.
## Vorbereitung
- **Vorab‑Recherche**: Allergien, vegane Optionen, Snackpräferenzen
- **Materialliste**: Einkauf geprüfter Markenprodukte
- **Platzvorbereitung**: Tier‑List-Zonen, Snackpräsentationsfläche, Votingstationen, Hygiene beachten
#### Setting des Lernraums
- [ ] Platz für Sicht auf gesamte Tier‑List
- [ ] Fläche zur Snackdisplay und Tokenvergabe
- [ ] Barrierefreiheit (z. B. Sitzhöhe, gute Sicht)
#### Material und Technik vorbereiten
- [ ] Marken‑Snacks bereitstellen
- [ ] Tier‑List‑Platz markieren
#### Druckvorlagen
- [ ] Leere Tier‑List (S–D) zum Ausdrucken
- [ ] Begleitblatt mit Begriffserklärungen (Influence, Choice Gravitation)
## Übersicht
| Phase | Programm | Dauer | Sozialform |
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| Ankommen | Begrüßung & Warm‑up („Was ist dein absolutes Lieblingsessen?“) | 5 Min | Plenum |
| Einstieg | Regeln und Ablauf erklären | 5 Min | Plenum |
| Abstimmung | Snacks zeigen und Startkategorie bestimmen | 20 Min | Plenum/Gruppen |
| Sortieren | Tier‑List-Ergebnisse zusammentragen und visuell darstellen | 10–15 Min | Plenum |
| Gruppendiskussion | Besprechung der Platzierungen & Einflussmechanismen | 15–20 Min | Plenum |
| Zweitrunde (opt.) | Nach Diskussion nochmal abstimmen – Einfluss sichtbar machen | 5–10 Min | Gruppen |
| Abschluss | Feedback, Transferdiskussion (z. B. über Präferenzen und Werte) | 5–10 Min | Plenum |
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## Ablauf (Beispiel)
### 1. Warm‑up & Gruppendynamik
**Zeit**: ca. 10 Minuten
**Aktivität**: Kennenlernen und Gedanken zu Snacks & Präferenzen einbringen.
### 2. Methode erklären
**Zeit**: ca. 5 Minuten
**Aktivität**: Ablauf, Regeln („Snacks erst jetzt zeigen“), Einteilung in Kategorien (S–D), Abstimmungsprinzip erklären.
### 3. Demokratische Abstimmung
**Zeit**: ca. 30 Minuten
**Aktivität**: Snacks werden präsentiert und in die passende Kategorie gelegt; die genaue Position soll danach in einem Plädoyer genauer festgelegt werden. Hier wird die exakte Position festgelegt. Wenn eine Kategorie übermäßig genutzt wird (wahrscheinlich S oder D) können hier die Plätze auf z.B. vier reduziert werden.
### 4. Tier‑List‑Sortierung
**Zeit**: ca. 10 Minuten
**Aktivität**: Neusortierung mit Abstimmung der Teilnehmenden.
### 5. Gruppendiskussion
**Zeit**: ca. 15 Minuten
**Aktivität**: Welche Marken landeten wo – und warum? Einfluss, Gruppendruck, Erwartungen reflektieren. Als Beispielübung können hier Zweierteams gebildet werden, die eine Aussage zu dem Workshop treffen sollen und schriftlich festhalten.
### 6. Zweite Abstimmungsrunde (optional)
**Zeit**: ca. 5–10 Minuten
**Aktivität**: Wiederholung mit neuem Wissen zur Reflexion von sozialem Einfluss; verändert sich die Position eines Snacks?
### Abschluss und Reflexion
**Zeit**: ca. 5–10 Minuten
**Diskussion**:
- Welche Erkenntnisse über demokratische Entscheidungen und Konsum?
- Welche Rolle spielten Marken oder soziale Erwartungen?
- Wie übertragbar ist das Gelernte auf andere Bereiche?
## Variationen im Ablauf
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Hier Variationen der Methode:
- Kompakte Version (~45 Minuten) mit nur einer Abstimmungsrunde
- Digitale Variante: Online‑Abstimmung + interaktive Tier‑List
- Verschiedene Gruppengrößen (z. B. 4–5 pro Team, 10–12 mind.)
- Diskussion ohne Markenprodukte, um Markenwahrnehmung kritisch zu hinterfragen
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## Lizenz
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