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# Was ist eigentlich Feminismus?
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## Allgemeine Informationen
```die Tags dienen zur Orientierung für Nutzende ```
**Tags:**
* Thema: Feminismus, Antifeminismus
* Art der Methode: Gruppendiskussion, Begriffsklärung
* Zielgruppe (Alter, Stufe): Jugendliche ab 14 Jahren, junge Erwachsene
* Gruppengröße: 5-20 Personen
* Dauer der Methode: 30 Minuten
Bei dieser Methode ist besonders auf die sensible Moderation der Diskussion zu achten, da Zerrbilder von Feminismus thematisiert werden, die diskriminierend sein können.
## Kurzbeschreibung
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Diese Methode dient als Einstieg in das Thema Feminismus. Teilnehmende reflektieren ihr Verständnis des Begriffs und setzen sich mit verschiedenen Perspektiven sowie mit Zerrbildern von Feminismus auseinander. Durch die gemeinsame Diskussion wird ein differenziertes Verständnis von feministischen Konzepten erarbeitet.
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## Lernziele
<div class="alert alert-info" role="alert">
* Die Teilnehmenden kennen die Grundlagen feministischer Konzepte.
* Die Teilnehmenden können feministische Konzepte von Zerrbildern unterscheiden.
* Die Teilnehmenden verstehen, dass es verschiedene feministische Strömungen gibt.
* Die Teilnehmenden erkennen die Bedeutung von Inklusion im Feminismus.
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## Rahmendaten
<div class="alert alert-info" role="alert">
**Zeit**: 30 Minuten
**Zielgruppe**: Jugendliche, junge Erwachsene
**Alter:** ab 14 Jahren
**Komplexität**: mittel
**Einordnung in Modulstruktur**: Einstieg
**Voraussetzungen**: Grundwissen zu Feminismus und Antifeminismus sowie Plattformmechanismen in sozialen Medien
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### Vorbereitung der Methode
#### Setting des Lernraums
- [x] Stuhlkreis
#### benötigtes Material und Technik
- [x]Beamer
- [x] [Präsentation](https://oer.medialepfade.org/OER%20-%20ULAT%20%C3%B6ffentlich/Pr%C3%A4sentationen%20OER/ULAT_Was%20ist%20eigentlich%20Feminismus_Pr%C3%A4sentation.pdf)
- [x]Moderationskarten
- [x]Stifte
- [x]Große Karte mit "Feminismus?!" für die Mitte des Stuhlkreises
#### Druckvorlagen
- [x] [Druckvorlage Arbeitsblatt Feminismus?! in A3](https://oer.medialepfade.org/OER%20-%20ULAT%20%C3%B6ffentlich/Druckvorlagen%20OER/Druckvorlagen%20WasistFeminismus/Feminismus_%21_A3.pdf)
## Ablauf
### Block 1 - Individuelle Reflexion zum Feminismusbegriff
* 5 Minuten
* Individuelle Arbeit
* Die Teilnehmenden erhalten Moderationskarten und Stifte. Die Workshopleitung stellt die Fragen "Was bedeutet Feminismus für euch? Was versteht ihr darunter? Was wisst ihr darüber?" (Die Fragen werden auch in der Präsentation eingeblendet). Die Teilnehmenden notieren ihre Gedanken, Assoziationen und Gefühle zum Begriff Feminismus auf den Moderationskarten.
* Materialien: Moderationskarten, Stifte, Präsentation mit Fragestellung
* **Hinweise für die Workshopleitung:** Darauf achten, dass die Teilnehmenden ungestört und ohne gegenseitige Beeinflussung arbeiten können. Betonen, dass es keine falschen Antworten gibt und es um die persönlichen Assoziationen geht.
### Block 2 - Gemeinsame Diskussion und Clustering
* 10 Minuten
* Plenum, moderierte Diskussion
* Die Moderationskarten werden eingesammelt. Der Ausdruck des Arbeitsblatts "Feminismus?!" wird in die Mitte des Stuhlkreises gelegt. Die gesammelten Karten werden um diese Mittelkarte herum ausgelegt und thematisch geclustert. Die Workshopleitung moderiert eine Diskussion über die verschiedenen Perspektiven und Vorstellungen.
* Materialien: Große Karte mit "Feminismus?!", gesammelte Moderationskarten
* **Aufgabenstellung:** Gemeinsame Diskussion der Begriffe und Assoziationen
* **Hinweise für die Workshopleitung:** Es muss auf eine klare Trennung zwischen Zerrbildern von Feminismus und tatsächlichen feministischen Konzepten geachtet werden. Problematische Vorstellungen sollten kritisch hinterfragt und Zerrbilder explizit als solche benannt werden (siehe 'Theoretischer Hintergrund'). Es muss eine offene Atmosphäre für Diskussionen geben, aber auch sichergestellt werden, dass diskriminierende Äußerungen angemessen thematisiert werden.
### Block 3 - Vorstellung einer inklusiven Feminismusdefinition
* 10 Minuten
* Input, Präsentation
* Die Workshopleitung stellt eine umfassende Definition von Feminismus vor, die in der Präsentation enthalten ist. Dabei wird betont, dass diese Definition queere Menschen einschließt und dass es verschiedene feministische Strömungen gibt, die in manchen Aspekten auch unterschiedliche Positionen vertreten.
* Materialien: Präsentation mit Feminismusdefinition
* **Aufgabenstellung:** Aktives Zuhören und Nachfragen
* **Hinweise für die Workshopleitung:** Betonen Sie, dass Feminismus ein vielfältiges Konzept ist und es nicht "den einen Feminismus" gibt. Erklären Sie, dass es unterschiedliche feministische Strömungen gibt und auch innerhalb feministischer Bewegungen Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten existieren. Stellen Sie die Verbindung zu anderen Diskriminierungsformen her und erläutern Sie intersektionale Aspekte des Feminismus.
### Variationen im Ablauf
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**Für größere Gruppen:**
Bei mehr als 20 Teilnehmenden ist es möglich anstatt der Diskussion in der Großgruppe Kleingruppen zu bilden, die jeweils gemeinsam 2-3 Aspekte des Feminismus diskutieren und anschließend im Plenum vorstellen.
**Vertiefende Version:** Bei mehr Zeit (45-60 Minuten) können zusätzlich verschiedene feministische Strömungen vorgestellt und diskutiert werden, oder es kann ein kurzer historischer Abriss der feministischen Bewegungen gegeben werden.
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### Theoretischer Hintergrund
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Feminismus ist keine einheitliche Theorie oder Bewegung, sondern umfasst verschiedene Strömungen mit dem gemeinsamen Ziel, Geschlechtergerechtigkeit zu fördern und patriarchale Strukturen zu überwinden.
Zentral für das heutige Verständnis von Feminismus ist das Konzept der Intersektionalität, das berücksichtigt, wie verschiedene Diskriminierungsformen (z.B. aufgrund von Geschlecht, Ethnizität, Klasse, sexueller Orientierung, Behinderung) zusammenwirken und sich verstärken können.
Antifeministische Bewegungen versuchen, feministische Errungenschaften zurückzudrängen und verbreiten oft Zerrbilder über feministische Positionen - beispielsweise, dass Feminismus Männerhass bedeutet oder dass Feminismus Familien (oder die traditionelle Vorstellung davon) zerstört. Besonders in sozialen Medien werden feministische Anliegen häufig verzerrt dargestellt oder lächerlich gemacht. Die Fähigkeit, diese Zerrbilder zu erkennen und zu hinterfragen, ist daher ein wichtiger Bestandteil der Medienkompetenz.
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### Weiterführende Ressourcen
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- [Bundeszentrale für politische Bildung: Feminismus](https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17484/feminismus/)
- [Gunda-Werner-Institut der Heinrich-Böll-Stiftung: Was ist Feminismus?](https://www.gwi-boell.de/de/2018/05/25/was-ist-feminismus)
- [HateAid: Intersektionalität im Netz](https://hateaid.org/intersektionalitaet/)
- [Amadeu-Antonio-Stiftung: Was ist Antifeminismus?](https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/antifeminismus/was-ist-antifeminismus/)
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### Lizenz
###### <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/"><img alt="Creative Commons Lizenzvertrag" style="border-width:0; float:left; margin:12px" src="https://i.creativecommons.org/l/by/4.0/88x31.png" /></a><br/><span xmlns:dct="http://purl.org/dc/terms/" property="dct:title"> Das dieser Veröffentlichung zugrunde liegende Vorhaben wurde mit Mitteln der [Volkswagenstiftung](https://www.volkswagenstiftung.de/de) gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autor*innen. Die Methoden wurden im Rahmen des Projektes "[unlearning antifeminism on TikTok](https://www.antiantifeminism.org/)" von der [Universität zu Köln](https://www.uni-koeln.de/) in Kooperation mit [medialepfade.org](https://medialepfade.org/) entwickelt, namentlich Jun.-Prof. Dr. Michaela Kramer, Jun.-Prof. Dr. Franziska Bellinger, Christian Noll, Lara Niederberger, Lou Huber-Eustachi, Katrin Hünemörder, Sophie Leubner. Das Material „OER | UNLEARNING ANTIFEMINISM ON TIKTOK. Exploratives Methodenset zur Prävention von Antifeminismus auf TikTok“ ist lizensiert unter einer <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz</a> by [Universität zu Köln](https://www.uni-koeln.de/) / www.medialepfade.org. D.h. das Werk darf sowohl für nicht-kommerzielle als auch für kommerzielle Zwecke verbreitet und verändert werden, sofern der Urheber des Originals wie oben beschrieben genannt wird. Unbedingt zu beachten ist: Von der CC-Lizenz ausgenommene Materialien sind in den hier veröffentlichten Bildungsmaterialen durch entsprechende Hinweise gekennzeichnet.
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